Montag, 14. Mai 2012

Fieber-Nebel


Gefangen im Fieber-Nebel
Mach’ ich mich auf die Suche
Wie auf Brettern, überseht mit Nägeln
Gehe ich hinunter, Stufe für Stufe

Alles kommt auf mich zu, nur nicht Du
Dabei will ich gerade deinen Namen rufen, doch irgendetwas hindert mich, wie ein Knebel
In dieser kranken Welt ist alles erlaubt, nur du bist tabu
Ich sehe deine Gedanken, die im Raum um mich rum schweben, dann plötzlich verschwinden, Im Fieber-Nebel

All die bunten Farben scheinen für immer zu schimmern
All die Geräusche scheinen endlos zu klingen, vor allem dein Wimmern
Ohne Gnade schlagen sie auf mich ein, viel zu laut und doch gedämpft
Schon nach wenigen Augenblicken fühle ich mich, als hätte ich mein Leben lang gekämpft
           
Und ich traue meinen Sinnen nicht
Spüre, wie jeder Gedanke kurz nach dem Entstehen wieder zerbricht
Ich bin erschöpft von all den Schmerzen
Jeder einzelne Atemzug, der mich mit Gewalt ersticht
Jeder einzelne Strahl, von diesem grellen, blendendem Licht

Die verschwimmenden Umrisse um mich herum machen mich verrückt
Und was wollen die Wände eigentlich von mir
Hilfe, ich werde von allen Seiten erdrückt
Sie kommen auf mich zu, mit unstillbarer Gier

180 grad gedreht
Alles steht auf dem Kopf, nichts ist da wo es hingehört
Niemand um mich herum, der meine gelallten Worte versteht
Bin schon auf den Knien, tief verstört

Doch der Boden ist viel zu kalt
Ich kann das Zittern längst nicht mehr vermeiden
Macht die Wand da noch rechtzeitig vor mir Halt?
Oder beendet sie endlich mein Leiden?

Ich will nur noch im traumlosen Schlaf versinken
Ach wie schön wäre es jetzt
In den Frieden zu entfliehen
Doch stattdessen drohe ich in diesem Albtraum zu ertrinken
Liege hier, schweißgebadet, gehetzt
Zu schwach, um mich selbst rauszuziehen

Irgendwann kann ich dann begreifen
Dass mein Kopf viel zu wirr ist um die Flucht zu ergreifen
Die Traumblase liegt in Schweißtropfen vor mir, zerplatzt
Mir wird klar, Abschweifen ist nicht mehr
Aus gehetzten Buchstaben baue ich meinen letzten Satz
Wo bist du?

© by Sarah, April 2012

Auf der Suche nach dem Sinn



Schreiben, Schreiben
Nur das Wort, das mich vom Wahnsinn trennt
Die Hand soll ewig über’s Papier gleiten
Ich will den Stillstand für immer meiden
Denn ich sehe das Feuer, wie es lodert, und ich will dass es brennt

Keine Strophe, kein Vers ist geschenkt
Auf der Suche nach dem Sinn
Will ich dass jeder denkt
Was steckt da noch alles drin?

Jedes Wort, dass sich auf’s Blatt drängt
Jeder Gedanke, der nicht mehr in der Leere hängt
Wenn man beim Nichts anfängt
Und am Ende das Alles erkennt
Wenn nichts mehr vom Etwas ablenkt
Dann sind wir im Geiste endlich unbeschränkt

Und mit jedem Wort das ich wähle
Mit jeder Geschichte, die ich erzähle
Öffne ich Stück für Stück meine Seele
Mit jeder Zeile kann ich weitergehen
Bis zum Ziel, an dem ich meine Gedanken dann verstehe
All die Gefühle, die sich sonst im Kreise drehen
Bleiben dann endlich für eine Weile auf der Stelle stehen

Ich kann die Erleichterung spüren
Lass mich von ihr blind führen
Lass die Buchstaben sich im Raum verlieren
Gespannt, was wird als nächstes mit ihnen passieren

Das geschriebene Wort ausgesprochen
Dauerhaft zu Wörtern geflochten
Die Stille für Momente durchbrochen
Bis auf die Scheinwerfer sind alle Lichter erloschen

Nur ein Ziel: Zum Denken anregen
In Jedem unter uns etwas anderes bewegen
Neue Gedankenwelten zusammen betreten
Einmal 360 Grad drehen und dann weiterleben

Doch dann mit anderen Ansichten
Vielleicht gestärkt durch ähnliche Geschichten
Die zwar anderen passiert sind
Aber die einen selbst berühren, tief im Inneren drin

Zu wissen, wir sind nicht allein
Irgendein  Rückschlag stimmt mit meinem hier überein
Mochte es anfangs noch fremdes Schicksal sein
So ist es am Ende doch irgendwie mein

Denn wir haben Augen, um die Welt zu sehen
Nicht nur um leer auf dieselbe Stelle tagein tagaus zu starren
Wir sind umgeben von so viel Geschehen
Warum also im Nichtstun verharren?

Warum sonst sollten wir morgens noch aufstehen
Wenn nicht um jeden Tag einen Schritt weiterzugehen
Warum sonst sollten wir uns die Mühe machen
Wenn nicht aus Protest; Wörter sind unsere Waffen

Wir haben Ohren, um zu hören
Doch welche Laute sind in unserer Welt noch wahrzunehmen
Wenn wir nicht mehr die Schreie Hilfloser registrieren
Wenn wir mit jeder reglosen Minute Menschenleben zerstören
Wie soll unsere Welt, wie sollen wir dann noch funktionieren?

Denn wir sollten innehalten
So wie jetzt, und auf der Stelle beschließen
Unsere Gedanken selbst zu verwalten
Unser Leben selbst zu gestalten
Unsere Umwelt mit allen Mitteln aufrechtzuerhalten
Und unsere Kreativität wieder wie als Kind frei zu entfalten



© by Sarah, April 2012

Entscheidungen


Nicht weiter zu wissen
Tut so weh
Ich will nicht die gute Zukunft missen
Doch weiß ich nicht wo ich steh’

Meine wahren Gefühle bleiben mir verborgen
Die innere Zerrissenheit tut so weh
Fühle mich zwischen zwei Wegen verloren
Sehe keine Lösung, weiß nicht wohin ich geh’

Was soll ich nur werden
Mein Kopf tut so weh
Will mir durch Entscheidungen nichts verderben
Will wissen, wo ich zukünftlich steh’

Benommen von all meinen Sorgen
Mein Herz tut  so weh
Was soll ich nur machen? Was passiert morgen?
Sag mir bitte wohin ich geh’

© by Sarah, November 2011

Ein Schritt nach vorne


Du bist gekommen
Um mit mir zu reden.
Suchst meinen Rat
Und willst dass ich dir helfe.

Erzählst mir deine Geschichte benommen
Von deiner Liebe, von deinem Leben.
Sagst du hättest auf ganzer Linie versagt
Und mit der Trauer sei es seit Jahren das Gleiche.

Durch deine Tränen sehe auch ich verschwommen
Versuche dir zu vergeben, versuche dich zu verstehen.
Begehe ich heute meinen allerletzten Verrat?
Verletzte ich heute meine eigene Rechte?

Du wolltest nie hören, musstest immer alles erst selbst spüren
Manche Dinge sind für immer weg, wenn sie erstmal an einem vorbei gezogen sind
Ich sollte Dich nie in Deinem Leben stören, Du wolltest es auf eigene Faust führen
Und so sah ich all die Scherben im Jetzt, sie ließen mich wünschen ich wäre wie Du blind

Jede einzelne spiegelt etwas anderes wider
Doch alle erzählen von Deiner Vergangenheit
Ist sie wirklich schon passiert? Kommen die Chancen jemals wieder?
Komm, lassen wir uns quälen von Deiner Traurigkeit

Meine Hand war so oft da
Und konnte doch nie verhindern was dann geschah
Die Seite neben mir blieb immer leer
All die Stunden wartete ich auf Deine Wiederkehr

Künstler sein und künstlich werden sind zwei verschiedene Dinge
Kannst Du stehen bleiben, wenn deine Seele sagt: Springe?
Ein Straßenstück zu spielen um dann auf der Straße als elendes Stück gebückt zu stehen
Ein Theater was es allemal, auch die Spannung war da, wie wird es zu Ende gehen?

Es ist nicht nur Dein Leben
Um das Du Dich zu kümmern hast
Ich wollte Dir immer nur Liebe geben
Doch jeden Tag spürte ich mehr und mehr Hass

Wie ein Film läuft unsere Zeit vor meinen Augen
Immer in dieselbe Richtung, weiter von uns weg
Das Flimmern erlischt, es gibt nichts mehr zu schauen
Doch mein Gedächtnis rennt weiter auf der Stelle, rühre sich nicht vom Fleck

Was willst Du mir noch sagen
Woran könnte ich noch glauben
Mit der Stille verstreichen die Tage
Sie will mir das letzte Stückchen Hoffnung auch noch rauben

Ich ersehne das Ende von diesem Kampf
Doch den Sieger will ich nicht wissen, nicht sehen
Dein Gehen weckt mich ein letztes Mal sanft
Ich versuche Deine Krankheit zu verstehen

Jetzt bist Du weg und doch höre ich noch Deinen Herzschlag
Auf dem eisernen Geländer kann ich dich sehen.
Hörst du die letzten Worte die ich sag?
Tu es nicht! Doch die Klappe fällt mit dir, es ist die Letzte.


© by Sarah, April 2012

Sonntag, 20. November 2011

Bipolar

Wir haben uns verkannt
Jemand anderen im jeweils anderen erkannt
Wir haben uns verrannt
Uns gegenseitig gedrängt, bis dicht an den Rand

Dort standen wir, kurz vor der Kante
Wir schauten herab
Wussten die Zeit wird langsam knapp
Drehten uns um und schauten zurück
Drehten herum und liefen gebückt
Wo liegt das Glück
Wir haben es wohl Stück für Stück erdrückt

Jetzt stehen wir hier und schauen uns an
Zucken mit den Achseln
Wir glauben nicht mehr dran
Die Suche dauert ein Leben lang
Gibt es etwas Neues? Spürt Du nicht den Drang?
Stets weiterzugehen
Ohne ständig zurückzusehen und sich im Kreis zu drehen

Denn hinter mir stehst doch nur Du
Hör auf zu schreien, gib endlich Ruh!
Ich brauche Dich nicht mehr
Der letzte Abschied ist greifbar, ohne Wiederkehr

Du willst Abenteuer, ich will Liebe
Ich denke nach, Du hörst auf Deine Triebe

Du willst handeln, ich will reden
Ich will planen, Du im hier und jetzt leben

Egal wie sehr wir uns bemühen
Die Unterschiede bleiben groß
während ich noch lerne bist Du schon am vorglühen
fällst Du gerade ins Bett, muss ich schon wieder los

Du willst an den Strand, ich nach Schweden
Dir reicht Penny, ich bevorzuge Bio-Läden

Du verlässt Dich auf Dein Bauchgefühl, ich auf meinen Verstand
Du trinkst Milch pur, ich bin Lactose-intolerant

Wer sagt, Gegensätze ziehen sich an
ist in der Liebe arm dran
Denn auf Dauer wiegt die Distanz zu schwer
Und die Mitte bleibt letztlich leer

Wenn ich renne
Bist Du wie Blei an meinen Beinen
Will ich umarmt werden
Lässt Du mich allein

Bin ich ein Blatt, das im Winde weht
Bist Du der Baumstamm, der sich nie bewegt

Ich bin Apple, Du Microsoft
Ich liebe Blockhütten, Du nimmst das Loft

Mit dieser letzten Strophe
Ziehe ich den Schlussstrich
Unter diese Beziehung, diese Katastrophe
Ich zelebriere ihn feierlich
Von nun an interessierst Du mich nicht
Du bist die Finsternis und hiermit mach ich endlich wieder Licht!


© by Sarah, Juni 2011

Das Ticken der Uhren

Ich sehe rot, ich sehe blau
Ich sehe gelb, ich sehe grau
All die Farben, die am Himmel steh’n
All die Gefühle, die über Jahre verloren geh’n

Die Sonne weicht der Nacht
Die Farben des Tages haben dem Schwarz Platz gemacht
Während langsam die letzten Sonnenstrahlen verschwinden
versuchen wir uns im Dunklen zurecht zu finden

Und wie unsere Augen ihre Zeit brauchen
Sich an die Finsternis zu gewöhnen
So wird auch unser Herz etliche Stunden rauben
Um sich langsam mit der Vergangenheit zu versöhnen

Irgendwann finden die tastenden Hände Halt
Irgendwann erkennen die Augen erste Konturen
Irgendwann dann, später oder jetzt, vielleicht erst bald
Lebst du wieder, spürst die Zeit und hörst das Ticken der Uhren

© by Sarah, Februar 2011

Montag, 22. August 2011

Freundschaft



Freundschaft
Ein Wort
Unabhängig von Zeit und Ort
Eine Errungenschaft
Mit so vielen Bedeutungen

Mit so vielen Erläuterungen
Wir bauen drauf auf
Nehmen alles füreinander in Kauf
Stellen uns selbst zurück
vervollständigen uns, Stück für Stück

Manche Freundschaften brauchen Jahre, andere nur wenige Sekunden
Freundschaft
So wertvoll in den schwersten Stunden
Freundschaft
Mit dem anderen tief verbunden
Freundschaft
Hindernisse, gemeinsam überwunden

Mal sehen wir uns mehr
Dann wieder weniger
Mal läuft’s wie von selbst daher
Dann wieder träger

Doch nie verlieren wir uns ganz
Stets bleibt da ein Stückchen Glanz
Bei der besten Party bist Du mein letzter Tanz

Wenn wir zusammen sind
ist alles wie früher
Dir vertraue ich, auch blind
Bin ich verloren, bist Du mein Führer
Nimmst mich ohne Worte an die Hand
Und führst mich sicher zurück zum Licht
Ich weiß, ein Loslassen gibt es für Dich nicht
nichts, das unsere Freundschaft bricht

Für Dich würde ich durch Feuer gehen
Barfuss mein Leben lang in der Kälte auf Nägeln stehen
Für Dich würde ich die Twilight Filme ansehen
Mich nachts stundenlang mit Dir im Kreise drehen
Für Dich würde ich die Relativitätstheorie verstehen
Morgens um 4 aufstehen nur um zusammen durchzudrehen
Für Dich würde ich jeden Schmerz überstehen
Wirklich alles geben, für jedes Wiedersehen

Denn ohne Dich wäre ich nicht hier
Ohne Dich fühle ich mich als ob ich meinen Verstand verlier’

Freundschaft
ein Bündnis, stetig
Freundschaft
auf immer und ewig

Auch wenn keine Zeit ist
Zum Telefon greifen
Auch wenn’s länger dauert, nehme ich ein Blatt und Stift
Um Dir einen Brief zu schreiben

Nur eine Zeile
In der alltäglichen Eile
Denn ein Wort kann den Unterschied machen
Zwischen Tränen und Lachen

Freundschaft
erinnern wir uns
Freundschaft
Kindheitsbilder schimmern vor uns

Lass uns zusammen alt werden
Später auf der Veranda sitzend
Im Schaukelstuhl wippend
Am Weinglas nippend
Auf alles zurückblicken
Und der Welt zum Abschied lässig zunicken...

© by Sarah, Juli 2011

Freitag, 6. Mai 2011

Nächstenliebe



Du sagst es beschäftige Dich sehr
Lange, lange sei es her
Doch noch heute falle es Dir schwer

Darüber zu reden, es zuzugeben
So vieles zu predigen
Um schließlich das Gegenteil zu leben

All die Lügen, die ihr schon immer erfindet
Das letzte Stückchen Wahrheit, dass aus euren Augen verschwindet
All diese Schicksale, die ihr an euch bindet

Wunden, welche die Zeit nicht heilt
Vorwürfe, gegen euch, für die Ewigkeit
Dieses Leid, in der Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit

Wie viele Opfer gibt es denn nun?
Sehe die Angst schimmern, im Fernsehflimmern
Wie konntet ihr so etwas tun?
Hoffentlich hört ihr noch immer ihr wimmern...

Es gibt keine Heilung für solche Narben
Wenn uns die verderben, die wir eigentlich verehren
Egal wie lange ihr wartet
Sehen wir unser Vertrauen sterben, unsere Zukunft in Scherben

Missbrauch, vor euren Gesichtern
Im Dunklen, trotz all dieser roten Kerzenlichter
Missbrauch, keine Besserung in Sicht
Nächstenliebe? Daran glauben wir nicht...

© by Sarah, Mai 2011

Beziehungsstatus: Gestört



Ich höre Dich flüstern, ich höre Dich schreien
Ich sehe Dich lachen, ich sehe Dich weinen
In einem Moment noch nah bei mir
Im nächsten schon wieder weit weit fort von hier

Du liebst mich, Du schlägst mich
Du lässt mich fallen, Du trägst mich

Die Stimmung ist am kippen
In der nächsten Sekunde wird schon gestritten
Die Sitten, die Moral
Du vergisst alles, wirst zur unerträglichen Qual

Ja, Du hältst Dich nie zurück
Lässt einfach alles raus
Zerreißt mein Herz, Stück für Stück
Meine Gefühlen sind egal, machst Dir nichts draus

Du liebst mich, Du schlägst mich
Du lässt mich fallen, Du trägst mich

Es gibt nichts, dass Du Dich nicht traust
Im Streit bist Du mir fremd
Mitten ins Gesicht, voll mit der Faust
Das Urteil längst gefällt, die Strafe verhängt

Irgendwann dann tut Dir alles Leid
Wimmernd bittest Du mich um eine letzte Chance, Du wärst nun bereit

Du liebst mich, Du schlägst mich
Du lässt mich fallen, Du trägst mich

Doch habe ich Dir nicht gestern schon zum letzten Mal verziehen, wie schon in der Vergangenheit?
Hatten wir nicht gestern genau den gleichen Streit?
Ist nicht langsam mal die Grenze erreicht?
Für einen Schlussstrich nicht allerhöchste Zeit?

Meine Wunden erzählen alle die gleiche Geschichte
Und trotz Versprechen ist keine Änderung in Sicht
Es gibt so vieles, auf das ich verzichte
Nur um zu sehen, wie dein Versprechen bricht

Du liebst mich, Du schlägst mich
Du lässt mich fallen, Du trägst mich

Doch ich komme nicht von Dir los
Irgendwie bist Du immer da, spendest Trost
Ohne das Uns kann ich nicht leben
Wann wird es eine Schwäche, anderen zu vergeben?

Es wird immer so weitergehen
Niemand außer uns kann dies verstehen
Wir spüren zwar den Hass und die Schmerzen
Doch sie verstärken nur die Liebe in unseren Herzen

Du liebst mich, Du schlägst mich
Du lässt mich fallen, Du trägst mich

Das ist krank, das ist unerhört
Unser Beziehungsstatus: Dauerhaft gestört

Doch ich will kein Vorbild sein
Besser gedemütigt als allein
All die, die gegen uns sind
All die, die sagen, ich sei blind

All die Stimmen der Vernunft
Lassen wir stur hinter uns zurück
Auf dem Weg in unsere Zukunft
Auf der Suche nach dem vermeintlichen Glück.

Du liebst mich, Du schlägst mich
Du lässt mich fallen, Du trägst mich


© by Sarah, Mai 2011

Freitag, 8. April 2011

Gift



Das Gift, das ihr versprüht
Die Sonne, unter der das verseuchte Feld verglüht
Die Eltern, die ihr schamlos belügt
Die Moral, die ihr Mal um Mal betrügt

Der Wald, er muss weichen, kein Baum steht
Der Boden, jedes Erdteilchen, wird gedreht
Der Samen, für die Zukunft fatal, wird gesät
Die Missgeburt, mit ganzer Qual, hat doch noch überlebt

Die Konzerne wollen nur Geld verdienen
Die Kinder dagegen nur rennen und spielen
Die Macht, wird sie die Gerechtigkeit besiegen?
Der Tod des Kindes, am Ende nur einer von Vielen?

© by Sarah, Februar 2011

Montag, 28. Februar 2011

Streit



Warum musste Dir gerade jetzt etwas passieren?
Kann ich mir das jemals verzeihen?
Warum muss ich Dich so verlieren?
Ich höre mich Dich noch anschreien...

Ein Streit, über Nichtigkeiten
Verlorene Zeit, für Wichtigkeiten
Die versöhnende Umarmung verpasst
Ein Leben lang zu tragen, die erdrückende Last

Wenige Worte hätten den Unterschied gemacht
Ein Blick, anstatt zum Abschied den Rücken zu zeigen
Eine Berührung, wir hätten über alles gelacht
Doch so schreibe ich im Konjunktiv, er lässt mich leiden

Man soll sich nicht im Streit trennen
Niemals im Streit voneinander wegrennen
1000-mal dran gehalten, einmal nicht
Jetzt kann ich spüren, wie mein Herz bricht

Und auch wenn ich weiß, Du hast mich geliebt
Bleibt da die Reue, die wie ein Stein im Herzen liegt
Was hast Du die letzten Sekunden gedacht?
Hast Du Dir über den Streit Gedanken gemacht?

Hat Dir deshalb die Reaktion gefehlt?
Hättest Du sonst vielleicht jetzt noch gelebt?
Diese Gedanken, diese Zweifel, wollen nicht weichen
Endlose Nächte, die ein Leben lang schlaflos verstreichen


© Sarah, Februar 2011

Die Würde im Kreis



Vergangene Tage
Wo sind all die Stunden hin?
An die glücklichen Momente erinnere ich mich vage
Wie schnell die Zeit damals doch verging

Jetzt hat sich das Blatt gewendet
Der Wind hat sich gedreht
Die Sonne wärmt nicht mehr, sie blendet
Und ich bin nun die Fremde, die all dies nicht versteht

So viele Veränderungen, die Lücke ist zu groß
Eure Gesichter sind verdeckt, Hand in Hand
Und jedes geschwiegene Wort ist wie ein gezielter Stoß
Dabei stehe ich doch schon mit dem Rücken zur Wand

Der Kreis schließt sich, ganz ohne mich?
Falls ihr mich jemals wieder braucht, sagt einfach Bescheid
Denn für euch mache ich mich gerne lächerlich
Gebe mich auf, verliere meine Würde und Freiheit

Und wenn euch Tritte und Schläge nicht mehr reichen
Wenn der Hass irgendwann ganz gewinnt
Wenn Tage ohne einen lichten Augenblick verstreichen
Wenn euch nur noch Blut Freude bringt

Dann werdet ihr vor meinem Grab stehen
Denn ihr wolltet mich leiden sehen, um jeden Preis
Mehr als nur ein Schritt zu weit, kein Versehen
Am Ende bin ich wieder Teil der Gruppe, liege tot in der Mitte vom Kreis.



© Sarah, Februar 2011

Samstag, 29. Januar 2011

Sterbeverbot

Es gibt so viele Verbote auf dieser Welt
Dabei wünsche ich mir gerade nur eins, und das ist ein Sterbeverbot
Denn ohne Dich bin ich wie ein Stein, der in die Tiefe fällt
Und da unten ist nichts, rein gar nichts mehr das mich noch hält, denn jetzt bist Du tot.

Du hattest es nie leicht, Dein Kampf war stets schwer
Jetzt am Ende hat doch die Krankheit gesiegt
Und die Zeit bleibt stehen, und die Welt erscheint leer
Und kein vergleichbarer Verlust, der so schwer wiegt.

Ich kann in dem Ganzen keinen Sinn finden
Kann in dem Ganzen nichts Gutes sehen
Die Trauer, wird sie sich für immer an mich binden?
Die Erde, wird sie sich jemals weiterdrehen?

Du hast jede Stunde gelebt
Du hast jeden Tag gelacht
Du bist jemand der jede Sekunde fehlt
Denn Du hast jeden Moment zu etwas Besonderem gemacht!


© by Sarah, 29. Januar 20011

Freitag, 21. Januar 2011

Keine Besserung in Sicht



Du schreist mich lautstark an
Und siehst mein Lächeln auf meinem Gesicht
Ich höre Dir nicht zu, denn denk dran
Alles kann brechen, nur unsere Beziehung nicht

Du willst mit mir reden
Sagst dies hat alles keinen Sinn auf die lange Sicht
Doch ich will Dich gar nicht verstehen
Denn alles kann enden, nur unsere Beziehung nicht

Du willst dass ich gehe, denn ich mache Dich krank
Doch ich bewege mich nicht
Denn ich bin verbittert und ignorant
Und alles darf sich entwickeln, nur unsere Beziehung nicht

Du willst das alles beenden
Doch daran hindere ich dich
Denn eines musst Du immer bedenken
Alles kann sich bessern, nur unsere Beziehung nicht

© by Sarah, Juli 2010

Donnerstag, 20. Januar 2011

Geschenke

Was ich wirklich ausdrücken wollte, will mir oft nicht gelingen
Drum mache ich Dir heute ein Geschenk
Mit den etwas anderen Dingen
Zeige ich Dir, was ich wirklich denk

Dann schenke ich Dir einen Strauß Rosen
Aber jede Dorne einzeln
Als Erinnerung an all die Schmerzen und jede furchtbare Tat
die Du ertragen musstest, Tag für Tag

Dann schenke ich Dir die Sintflut
Aber jeden Tropfen einzeln
Denn was richtig dosiert ein Segen sein kann
Richtet in falschen Mengen großen Schaden an

Dann schenke ich Dir das Universum
Aber jeden Stern einzeln
Für jede Stunde die du lachst
Für all die Tage, an denen Du mich glücklich machst

Dann schenke ich Dir ein Päckchen Reis
Aber jedes Korn einzeln
Denn jede Freundschaft ist viel Arbeit
Doch es lohnt sich nicht nur am Ende, sondern die ganze Zeit

Dann schenke ich Dir eine Flasche Wodka
Aber jedes Prozent einzeln
Denn Du hast geschuftet und gelitten
Drum vergessen wir heute einmal die guten Sitten

Dann schenke ich Dir viel Urlaub
Aber jeden Stau einzeln
Denn jede Medaille hat immer zwei Seiten
Um ans Gute zu kommen muss man manchmal vorher leiden

Dann schenke ich Dir ein Mosaik
Aber jeden Stein einzeln
Denn vieles ist anfangs schlicht und klein
Um am Ende groß und einzigartig zu sein

Dann schenke ich Dir die Deutsche Bahn
Aber jede Minute Verspätung einzeln
Denn für manche Dinge braucht man wohl Geduld
Und wir wissen ja, entweder ist die Hitze oder die Kälte schuld

Dann schenke ich Dir ein Foto
Aber jedes Pixel einzeln
Denn wirklich Großes schafft man nicht allein
Dafür müssen schon ein paar mehr sein

Dann schenke ich Dir einen Alptraum
Aber jede Minute einzeln
Denn Du hast uns alles genommen, alles zerstört
Hast uns für immer weggesperrt, nur damit uns keiner hört

Dann schenke ich Dir ein Konzert
Aber jeden Ton einzeln
Denn es versteckt sich vieles in jedem einzelnen Moment
Auch wenn uns oft die Masse vom Besonderem trennt

Dann schenke ich Dir die Wüste
Aber jedes Sandkorn einzeln
Denn nur wer mal auf etwas verzichten kann
Lernt die Dinge schätzen, ein Leben lang

Dann schenke ich Dir Wikileaks
Aber jedes Dokument einzeln
Denn Du verheimlichst und führst uns hinter’s Licht
Für Dich gibt es nur ein richtig, und das ist deine eigene Ansicht

Dann schenke ich Dir eine Glühbirne
Aber jedes Watt einzeln
Denn auch wenn Du manchmal alleine im Dunkeln stehst
Kannst Du immer wieder zurück ins Licht, wenn Du nur stetig weitergehst

Dann schenke ich Dir einen Krieg
Aber jede Bombe einzeln
Denn Du siehst nie die Folgen und schützt all die Täter
Vielleicht erkennst Du die Fehler erst beim Anblick der Gräber

Dann schenke ich Dir ein Buch
Aber jede Seite einzeln
Denn nur wer jedes Wort als solches sieht und versteht
Weiß am Ende um was sich die ganze Geschichte dreht

Dann schenke ich Dir die Todesstrafe
Aber jedes Volt einzeln
Denn Du bist erbärmlich und verantwortungslos
Hast so viele auf dem Gewissen, stellst uns alle bloß

Dann schenke ich Dir Dein Leben
Aber jeden Atemzug einzeln
Denn auch wenn Du es vielleicht nicht verdient hast
Muss jeder mit seinen Taten leben, und so trägst auch Du Deine Last


© by Sarah, Juli 2010

Wechsel

Sie kommen und gehen
Sie rennen, bleiben dann plötzlich stehen
Sie schließen die Augen um endlich zu sehen
Wie die Chancen kommen und ungenutzt vergehen

Wenn ich ruhig bin kann ich fühlen
Wie sich die Erde stetig dreht
Deshalb werde ich mich bemühen
Damit es immer so weitergeht

Ignoranz lässt alles sterben
Die Zukunft liegt bei uns, nicht in den Sternen
Und für die Kinder bleibt nichts zu erben
Wenn wir nicht bald die Natur lieben lernen

Ich weiß Du kannst mich hören
Auch wenn Du jetzt betreten wegschaust
Doch ich werde Dich wachrütteln, werde Dich stören
Damit auch Du Dich endlich traust

© by Sarah, Februar 2010

Sonntag, 14. November 2010

Achim

Dein Name steht auf der letzten Seite
Dort wo er eigentlich nicht stehen sollte
Während wir noch im Gestern leben
Schreibt die Lokalzeitung schon über das Hier und Jetzt

Wie ein Stein im Wasser wirft dein Tod viele Kreise
Ein tragischer Unfall, wer erträgt die Folge?
Ein Gedanke, immer wieder müssen wir ihn sehen
Du liegst auf der Straße, schwer verletzt

Beim Abschied kommt die Sonne durch, leise
Gehen wir Arm in Arm, Meile für Meile
Mit 21 Jahren musstest Du viel zu früh gehen
Dein Motorrad, sein Auto, ein Mann, der sich verschätzt

So etwas ist nicht zu verstehen
Die Tränen kommen immer wieder durch
Denn die Erinnerung wird nie vergehen

Dein Helm liegt noch vor deinem Sarg
Ein Freitagnachmittag, wäre er doch nie gewesen
Warum Dein Körper, der auf der Straße lag?

Mit Familie und Freunden stehe ich vor Deinem Grab
Mit Tränen müssen wir Dich gehen lassen
Trotz der Sonne ein tief schwarzer Tag

Denn Du, Achim, hast diese Welt
Viel zu früh verlassen

© by Sarah, 5. Juli 2010

Samstag, 23. Oktober 2010

Login

Viele von uns kämpfen, viele verlieren
Am Ende klicken wir schließlich doch alle auf registrieren

Dann sind wir gefangen
Die Zeit vergeht wie im nu
Schon wieder ein Tag nur rumgehangen
Wir verbringen Stunden, die Ewigkeit
Am Ende zählt jeder Freund, jedes like

Da werden Photos gepostet
Die nächste Party schon jetzt gehostet

Alles was zählt ist die Wall
Wen interessiert schon noch freedom for all

Es bleibt nichts mehr privat
Die Bikinifotos, warum nicht, bin mir für nichts zu schad’

Der letzte Joint, nichts wie online
Wer will denn heute schon noch frei sein

Datenschutz hin oder her
Mir egal, oder besser: I don’t care
Jeder Scheiß wird geschrieben und dann nichts wie auf „share“

Früher hatte ich noch ein Leben
Jetzt würde ich für facebook alles geben

Wer braucht schon noch Freunde
Wenn es doch so viele friends gibt
Hier mal schnell nen Post, da mal kurz ne message verschickt

Ich steh’ morgens auf und mach’ den Laptop an
Halt, eigentlich war nie richtig Schluss
mein Notebook nur im Standby-Modus
Die ganze Nacht denke ich schon dran
Was ich morgens alles posten kann

Jede kleinste Neuigkeit wird sofort geteilt
Keine Sekunde zu spät, denn ja, es eilt

Jeder kann dann lesen
Was es abends zu trinken gab
Was für eine Zahnpasta ich mag
Auf wem ich schon alles so lag
In welche Scheiße ich schon trat
Welche dummen Fragen ich frag
Welche friends ich am liebsten mag
Welche Klamotten ich morgen trag
Was für einen Mist ich hier grad sag
Denn auf facebook ist man alles, nur nicht wortkarg

Ich bin nicht mehr interessiert
Sondern nur noch interested in
Jeder wird gnadenlos informiert
Ob ich vergeben oder single bin

Die ganzen Stunden, der Aufwand ist immense
Doch man will ja Bescheid wissen
Über all die Partys und Events

Ich bestätige grundsätzlich nicht mehr
Nein, ich klicke nur noch auf confirm
Egal ob ein friend request
Oder ein Date für’s nächste Fest

Abends bin ich Stunden im chat
Und das alles ist mir noch nicht genug
Stellt euch vor was wär, wenn ich nur mehr Zeit hätt

Aber die ist ja bekanntlich knapp
Mir steht der Schweiß auf der Stirn
Beim Gedanken an die Arbeit
Suche ich verzweifelt den Button mit „unlike“

Der Gedanke an Entzug ist es, vor dem es uns facebookern graut
Denn ich kann kein normales Leben mehr leben
Kann nicht mehr face-to-face mit euch reden

Eine ganze Gesellschaft, vielleicht verhaltensgestört?
Werden in Zukunft nur noch posts und messages erhört?

Das darf doch nicht sein! Drum sag ich’s laut
1 Klick für’s Leben, ein Klick auf Logout

© by Sarah, Oktober 2010

Freitag, 30. April 2010

Einfach nur so

Lass uns uns mal auf’s Ohr hauen
Einfach nur so, voll mit der Faust
Lass uns mal bei Ebbe ne Sandburg bauen
Einfach nur so, mal sehen ob sich die Flut dann noch traut

Lass uns mal die Kirche um's Dorf tragen
Einfach nur so, was wäre schon dran
Lass uns mal 2 Fliegen mit einer Klappe schlagen
Einfach nur so, mal sehen wer das sonst noch kann

Lass und mal mit dem Zaunpfahl winken
Einfach nur so, mal sehen wer's versteht
Lass uns mal Wasser predigen und Wein trinken
Einfach nur so, mal sehen wie es sich scheinheilig so lebt

Lass uns mal mit dem Kopf durch die Wand
Einfach nur so, mal sehen wer am Ende noch steht
Lass uns mal richtig fertig sein, kurz vor dem Abgrund, dicht am Rand
Einfach nur so, mal sehen wer hilft oder einfach nur weiter geht

Lass uns uns mal im Kreise drehen
Einfach nur so, mal sehen wo unsere Orientierung bleibt
Lass uns mal vor Wut nur noch rot sehen
Einfach nur so, mal sehen wer’s bis zur Spitze treibt

Lass uns mal über unsere Schatten springen
Einfach nur so, mal sehen ob das wirklich nicht kappt
Lass uns mal unser Herz in die Hand nehmen
Einfach nur so, mal sehen ob man mit Mut wirklich mehr schafft

Lass uns mal in den Wald hereinrufen
Was soll schon zurückschallen, bei all dem Lärm
Lass uns mal den wahren Sinn des Lebens suchen
Denn ich habe eine weiche Schale um meinen harten Kern


© by Sarah, März 2010

Theorie

Verlorene Zeit
Gegebene Freiheit
Im Rauschen der Masse
In der ich meine Muse verlasse

Wohin fließt das Wasser?
Sicher ist nur das stetige Herab
Immer mehr Meer
Nicht nur das Trinkwasser wird knapp

Ich will rufen „Dreh um!“
Doch bist du schon längst taub
Auch mein Mund ist trocken wie Staub
Und so verbleibe ich letztlich stumm

Philosophieren über die Welt
Die Praxis bleibt bei all dem zurück
Die Theorie ist klar
Doch was ist nun eigentlich Glück?

© by Sarah, März 2010

Zivilcourage

Nun ist es geschehen
Jetzt ist es zu spät
Er hat mich geschlagen
Mit seiner Faust mitten ins Gesicht
Er hat mich getreten
Mit voller Wucht in den Magen
Am Ende ist es nicht nur die Nase, die bricht
Ihr schaut alle weg, seid betreten
Wer wird die Hilfe wagen?
Ihr steht drum rum, schaut euch das Geschehen an
Könnt nicht glauben was ihr seht
Jetzt, Tage später
Zündet ihr Kerzen an, jeder ein Licht
Gebt euer Versprechen
Die grausame Tat zu rächen
Doch die Zukunft wird zeigen
Wer es zuerst bricht

© by Sarah, Februar 2010

Horizont

Ich habe dich gesucht
Schon mein ganzes Leben lang
Doch jetzt wo ich dich sehe
Erscheinst du so fern

Seit Jahren habe ich versucht
Jetzt bin ich dicht an dir dran
Ich dem Kreis, in dem ich mich drehe
Warst du mein leitender Stern

Nun rückst du immer mehr in die Ferne
Und ich kann dich nicht mehr verstehen
Bist eine Sprache, welche ich verlerne
War all das nur ein Versehen?

Am Ende will ich es nicht glauben
Will all dem nicht trauen
Will rufen „Halt!“
Doch stattdessen wird es am Ende nur ein „bis Bald“


© by Sarah, Januar 2010

Schlank

Ich stecke im Schlankheitswahn
Habe die letzte Chance auf Flucht längst vertan
Gefangen im Schlankheitsbann
Bin so dünn, wiege grad mal 12 Gramm

Knappe 25cm lang
Hänge ich gedrängt in der Mitte
Jeden Tag die Gefahr neuer Schnitte
Meine Unversehrtheit steht täglich auf der Kippe

Ich verfalle dem Gruppenzwang
Bin klein kariert und stets bleich
Fühle mich von allen Seiten gepresst
Am Ende wird’s sich rächen, am Ende sind wir gleich

Doch heute sage ich es reicht
Von nun an ich gegen den Rest
Von nun an ich gegen 79 Blatt!


© by Sarah, Dezember 2009

Mittwoch, 13. Januar 2010

Suche nach Vernunft

Ich blicke herab auf meine leeren Hände
In ihnen halte ich gefangen die friedliche Zeit
Ich frage mich, wann kommt das Ende
Von all dem Krieg, von all diesem Leid

Ich sehe das Blut, sehe sie kämpfen
Träume vom Frieden, nach dem ich mich sehne
Höre die Schüsse, welche uns vom Glück trennen
Und verliere ein Stückchen Hoffnung mit jeder weiteren Träne

Ich sehe Männer, wie sie Frauen schänden
Sehe den Jungen, der um seine Mutter weint
Sehe Kinder vor den Bomben wegrennen
Sehe sie später mit ihren toten Eltern vereint

All dieses Elend treibt die Menschheit an den Rand
Wir brauchen eine Lösung für eine bessere Zukunft
Suche ein Körnchen Hoffnung im endlosen Sand
Und finde die Bildung und die Vernunft!


© by Sarah, Dezember 2009

Tod

Warum muss ich schon wieder über den Tod schreiben
Wie ein geliebter Mensch von uns geht
Warum bist du weg? Warum müssen wir so leiden
Warum dein Name der auf dem Grabstein steht?

Davor knie ich hier im Regen, leer sind meine Hände
Höre Deine Stimme, nach der ich mich so sehr sehne
Siehst Du mich, wie ich gegen die Trauer kämpfe
Doch am Ende gewinnt mehr als nur eine Träne.

Wir wollten zusammen alt werden
Wollten noch so viel miteinander reden und sehen
Warum musstest du jetzt so früh sterben?
Warum muss ich jetzt den Rest alleine begehen?

Die Räume ohne Dich sind so leer und kalt
Hier verliere ich mich in der Einsamkeit
In all den schönen Erinnerungen suche und finde ich Halt
Und ich werde dich lieben, jetzt und für die Ewigkeit!


© by Sarah, Dezember 2009

Gegangen

Gerade bekam ich die Nachricht,
sie hält mich in tiefer Trauer gefangen.
Mit Dir erlischt ein weiteres Licht,
von uns bist Du für immer gegangen.

Du hattest das alles nicht verdient,
so viel Trauer, so viele Schmerzen.
Bis zum Ende hast du gekämpft,
jetzt spüre ich Deinen Verlust tief in meinem Herzen.

Es ging alles so schnell,
Du wolltest noch so viel machen.
Wolltest noch so viel Liebe geben,
mit uns zusammen noch so viel lachen.

Deine Familie und Freunde lässt Du zurück,
ich kann Deinen Tod noch nicht richtig fassen.
Es bleiben nur die Erinnerungen vom gemeinsamen Glück,
denn nun hast Du uns für immer verlassen.

Auch wenn die Liebe im Kopf und Herzen bleibt,
würde ich Dich doch so gerne noch einmal sehen.
Während mein trauerndes ich dies hier schreibt,
sehe ich mich noch neben Dir stehen.

Du musstest Dein Leben geben
Für immer wirst Du uns ab dem heutigen Tage fehlen!


© by Sarah, Dezember 2009

Vertrauen

Schon vor langer, langer Zeit
Schenkte ich Dir all mein Vertrauen
Zusammen bildeten wir eine Einheit
Denn ich wusste, Du würdest immer nach mir schauen.

Es bedeutet sehr viel
Dich in Not stets an meiner Seite zu wissen
Deinen Worten und Taten helfen mir ins Ziel
Wenn ich falle, bist Du das federnde Kissen.

Ich schätze so vieles an Dir, vor allem Deine Ehrlichkeit
Du hast immer ein offenes Ohr für meine Sorgen
Du schenkst mir ein Stück Freiheit
In deiner Nähe fühle ich mich geborgen.

Ohne Dich wäre alles viel schlimmer
Was für ein Glück Dich zu haben
Ich bin Dir dankbar, für immer
Und will Dir das hiermit nur mal sagen!


© by Sarah, Dezember 2009

Mittwoch, 9. Dezember 2009

Stumm

Ich suche nach den passenden Worten
Doch bleiben sie mir verwehrt
Schon immer habe ich meine Stimme verloren
Habe das Sprechen nie gelernt

Ich will mit dir diskutieren
Doch kannst du mich nicht verstehen
Will mit dir über Gott und die Welt philosophieren
Doch kannst du mich nicht hören, nur meine Zeichen sehen

Ich will mit dir streiten
Will dich mit wüsten Wörtern beschimpfen
Will meine Beleidigungen nicht nur mit der Hand zeigen
Sondern endlich die passenden Laute dazu finden

Ich würde dir so gerne Komplimente machen
Dir all die schönen Floskeln an den Kopf werfen
Mit dir über meine erzählten Witze lachen
Doch statt all diesem werde ich stumm sterben

Ich habe eine Stimme die niemand kennt
Kann sie weder heben noch senken
Werde niemals wissen wie man Silben richtig trennt
Und kann mir meine Reden nur denken

Niemals werde ich meine Geschichte erzählen
Doch hiermit werde ich sie für Dich aufschreiben
Denn auf dem Papier werden mir nicht die Worte fehlen
Auf diesem Weg kann ich meine Gedanken teilen

Die Stimme blieb mir verwehrt
Doch bleibt mir immer noch die Tinte
Im Krieg der Zeit ist sie viel wert
Wort für Wort, welche ich miteinander verbinde

Ich schaue in dein Gesicht
Sehe deine Tränen während Du dies hier liest
Doch egal was geschieht
Vor der Zukunft verstecke ich mich nicht!

© by Sarah, Dezember 2009

Weiße Flagge

Eindrücke werden zu Gedanken
Gedanken werden zu Worte
Worte werden zu Reden
Reden werden zu Entscheidungen
Entscheidungen werden zu Konflikten
Konflikte werden zu Kriege
Kriege werden zu Schicksälen
Schicksäle werden zum Verderben
Verderben wir zum Sterben

Drum lasst uns alle für eine Minute schweigen
Und den Krieg für immer zur weißen Flagge leiten!

© by Sarah, Dezember 2009

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Einsames Glück

Ich spüre das Gewicht auf meinen Schultern
Fühle wie die Träger in mein Fleisch schneiden.
Mit gemischten Gefühlen trete ich vor meine Familie
Und umarme sie während sie sich ihre Tränen verkneifen.

Mein erster Schritt in der neuen Welt
Fühlt sich unendlich wertvoll an.
Oben auf dem Hügel ist mein Zuhause, steht mein blaues Zelt
Und ich spüre was ich alles schaffen kann.

Die Natur zieht mich in ihren Zauber
Ich lasse mich von ihr leiten.
Mit jedem Wort fühle ich mich tauber
Denn ich will Ruhe, und jedes Chaos meiden.

Waren die letzten Jahre verlorene Zeit?
Zivilisation, umgeben von einer Menschenmenge.
Gefangen im Detail, im ewigen Streit
Gebrochen ist der Kreis, dies ist sein Ende.

Auf der Suche nach meinem Glück
Lebe ich nun alleine in der Wildnis.
Mit jedem Tag ein Stückchen mehr verrückt
Werde ich langsam mein eigenes Hindernis.

Die Wälder rauschen im Wind
Doch kann ich nicht hören.
Die Blätter fallen geschwind
Doch kann ich die Farben nicht sehen.

Mein Magen zieht sich zusammen
Doch kann ich den Hunger nicht spüren.
Bin übersehen mit blutenden Schrammen
Doch kann ich den Schmerz nicht fühlen.

Ich sehe nur noch verschwommen
Gealtert und Gefesselt, liegt mein Glück nun in Ketten.
Kann bitte jemand kommen
Und mich aus dieser Einsamkeit retten?

Mein Leben war perfekt im Traum
Da war ich glücklich, ganz alleine.
Jetzt verliere ich mich mit der Vergangenheit im Raum
Sehe mich leiden und will doch nur teilen.

Die Erkenntnis kommt spät
Ich habe nichts mehr zu geben.
Drum lasse ich hier in der Wildnis mein Leben
Schaut alle hin und lernt von dem was ihr seht.


© by Sarah, September 2009

Spuren

Warum leidest du so sehr?
Ich sehe Tränen in deinem Gesicht.
Warum sind deine Augen so leer?
Ich sehe die Hoffnung, sehe wie sie bricht.

Du lebst vor dich hin
Versuchst deine Gefühle zu vergessen.
Sag, wo liegt darin der Sinn?
Du bist von unserer Vergangenheit besessen.

Siehst du ihn? Deinen Traum?
So wirst du ihn niemals leben.
Bleibst versteckt in einem unsichtbaren Raum
Während ich versuche dir Zukunft zu geben.

Du hast jede schlechte Erinnerung gezählt
Hast uns allen schwere Vorwürfe gemacht.
Dabei hast du diesen Weg für dich gewählt
Und all die Dinge bewusst zu uns gesagt.

Wir wollen dich glücklich sehen
Dein Leben in der eigenen Hand.
Doch du musst selbst die Schritte gehen
Und eigene Spuren hinterlassen im unendlichen Sand.


© by Sarah, August 2009

Bindung

Meine Gedanken schweifen ab
Doch ich bin nicht alleine.
Weit entfernt steht meine Liebe
Du bist direkt bei mir.

Meine Hand, die ich Dir gab
Ruhig lege ich sie in Deine.
Krieg, den ich auf morgen verschiebe
Frieden, gesucht von mir im Hier.

All die verletzenden Worte die ich sag
Suchen die Zukunft, doch es gibt keine.
Mit Dir, in der das Du bliebe
Sodass ich am Ende meine Liebe gebe und verlier.

© by Sarah, Juni 2009

Abhängigkeit

Du setzt Dir die nächste Spritze
Und suchst nach dem echten Schmerz.
Blickst verzweifelt auf Deine neuen Ritze
In Deinem blutenden Herz.

Deine Abhängigkeit ist groß
Jedes ihrer Worte kann Dich tief verletzen.
Doch Du kommst emotional nicht von ihr los
Bleibst so gezwungen, Dich in ihre Lage zu versetzen.

Du willst es ihr immer Recht machen
Versuchst ihr jeden Wunsch von den Lippen abzulesen.
Siehst sie nicht über Dich lachen
Sie wird Dir niemals all ihre Liebe geben.

Wie lange wirst Du das noch ertragen?
Irgendwann wirst auch Du verbluten.
Denn Du hast kein eigenes Wort zu sagen
Und keine Kraft, Neues zu versuchen.

Du musst loslassen, sonst machst Du Dich kaputt
All das tut Dir nicht gut.
Brauchst einen Neuanfang, Dein Leben liegt in Schutt
Es kann nur besser werden, doch noch brauchst Du Mut.


© by Sarah, Oktober 2009

Ausgang

Du bist verzweifelt,
und gibst mir daran die Schuld.
Ich höre es aus jedem Satz,
und sehe es in jedem Blick.

Ich bin nicht für wen du mich hältst.
Bin verplant und habe keine Geduld.
Du hast deine letzte Chance längst verpasst,
und suchst trotzdem weiter nach dem Kick.

Deine Adern pulsieren mit Blut.
Du stehst auf um zu gehen.
Dabei blickst du ein letztes Mal in meine Augen,
drehst dich dann um und gehst weg.

In dieser Sekunde verlässt mich mein Mut.
Ich wollte dich so gerne verstehen.
Schenkte dir mein Vertrauen,
doch du lässt mich hier zurück, tief verletzt.


© by Sarah, August 2009

Unterwegs

Wieder bin ich unterwegs
Die Landschaft zieht an mir vorbei
Wieder musste ich mich verabschieden
Nun bricht die Einsamkeit über mich herein

Zurück denke ich an unsere Stunden
Eure Worte flogen mir um die Ohren
Und verloren sich so im Raum

Hier und jetzt zerplatzt irgendwo ein Traum
Ich bin in der Sehnsucht verloren
Denn wir sind so eng miteinander verbunden

Ach wie soll ich mich heimisch fühlen
Wenn ihr so weit weg verweilt
Und ich euch so vermisse

Irgendwann wird einer von uns gehen
Und dann haben wir wieder geteiltes Leid
Sind verbunden und betrachten die tiefen Risse


© by Sarah, Mai 2009

Montag, 29. Juni 2009

Bemühungen

Ich halluziniere,
Sehe Bilder von uns vor mir.
Ich verliere
Das letzte Stück Würde vor Dir.

Ich knie, auf dem Boden.
Flehe um Deine Zeit, um Deine Rückkehr.
Warum wurde ich so belogen?
Warum waren Deine Versprechen so leer?

Verletzt, verzweifelt, und ja, verlassen.
Du nahmst mir so vieles, ich blieb zurück.
Ich bemühe mich zu lieben, nicht zu hassen.
Der Weg dorthin ist schwer, Stück für Stück.

© by Sarah, Juni 2009

Donnerstag, 25. Juni 2009

Morgengrauen

Die Uhr tickt,
Wir sind umgeben vom Morgengrauen.
Während dein Leben in meinen Händen liegt,
Verbindet uns tiefes Vertrauen.

Du warst immer für uns da,
Hielst uns mühelos zusammen.
In all der Aufruhr, was auch geschah,
Ich wollte das Uns in die Ewigkeit verbannen.

Ich bemühte mich so sehr,
Doch am Ende hatte ich Dich verloren.
Die Familie bricht, Gespräche werden laut und leer,
Unsere wahren Gefühle halten wir nun verborgen.

Die Distanzen werden größer,
Die Hand reicht nicht mehr aus.
Jeder Satz wirkt wie ein gezielter Stoß.
Wir müssen aufpassen, denn sonst
Rinnt die Liebe aus unserem Herzen hinaus.

© by Sarah, April 2009

Flashback

Here I am again
Catching my breath
Back at the place where it all began
With the end of your life, with your death

Here I say: I miss you so much
Here I ask for one last touch
All the images I am creating
To keep the memories from fading

My mouth keeps forming the word
The letters that leave me hurt
You are still here with me
Kneeling down by your side makes me feel free

Looking at the path ahead
Facing all the upcoming fears
I love you is all I have to say
While loosing the fight against the tears

© by Sarah, März 2009

Dienstag, 16. Juni 2009

Die Brücke

Ich suche nach einem Zuhause,
In dieser weiten Welt.
Bis dahin schlafe ich unter einer Brücke,
und habe nie wirklich Geld.

Der Alkohol hält mich nachts seelisch warm,
Wenn ich in dieser Kälte physisch frier'.
Meine Situation ist nicht gerade gut,
Deshalb verweile ich nun hier.
Weg ist oft jeglicher Mut.

Alles fing so früh an.
Ich hatte tolle Chance für die Zukunft.
Immer war jemand für mich da und half.
Doch mit der Zeit verlor ich die Vernunft.

Anfangs hatte ich noch Ziele und Moral.
Ich versuchte etwas zu bewegen.
Doch meine Sturheit spülte mich von allen Werten fort,
Wie ein Gewitter mit unendlich viel Regen.

Rücksichtslos setzte ich mich durch,
Und verließ so Familie und Freunde, verletzte ihr Vertrauen.
Ich wurde blind vor Macht, rannte gegen Mauern.
Zu kurzsichtig, um alles zu durchschauen.

Es stinkt und ich sehne mich zurück.
Reflektiere die Vergangenheit, reflektiere das jetzt.
Mitleidige Blicke machen mich traurig,
Mit psychischen Tritten attackiert, fühle ich mich verletzt.

Auch ich war mal so wie ihr.
Hatte Können, hatte Pläne.
Durch all meine schlechten Taten bleibt nur ein Traum,
Nach dessen Verwirklichung ich mich nun sehne.

© by Sarah, Februar 2009

Die Baustelle

Die Baustelle vor meiner Tür,
Dient als Spiegel dieser Welt.
Sie kündigt Veränderungen an.
Es stellt sich die Frage wofür.
Und so lausche ich der Geschichte, die sie erzählt.

Stein für Stein wächst etwas Neues heran.
Noch ist unklar, was es einmal sein wird.
Es sind viele Menschen daran beteiligt,
Und oft hängen ganze Existenzen daran.
Doch leider reicht schon einer, der sich irrt.

Die Zeit schreitet voran, Wochen vergehen.
Langsam sind die ersten Umrisse zu erkennen.
Dabei wird mir bewusst: Die Planung liegt schon lange zurück.
Eigentlich sollten feste Vorgaben feststehen,
Doch es wollte niemand einen Verantwortlichen ernennen.

Jetzt ist die Veränderung vollzogen.
Der Bau wird beendet.
Hier stehe ich, mit all den anderen Betroffenen.
Nun ist es sichtbar für alle: Wir wurden betrogen.
Kein Versprechen, kein Glück, das uns jetzt noch verbindet.

Vor meinen Augen stürzt der ganze Komplex ein.
Hunderte von Menschen lassen ihr Leben.
Mit dem Rest stehe ich hier, verlassen, ohne Alles.
Sagt: Der Verantwortliche, wer wird es sein?
Seht es euch genau an!
Ihr wolltet nur nehmen, und nicht ein Mal geben.

© by Sarah, Juni 2009

Vergangene Stunden

Seit Stunden sitze ich nun schon an diesem Ort,
In meinem Kopf herrscht wilder Krieg.
1000-mal die gleiche Frage: Warum nur bist du fort?
Warum nur errang der Tod den allerletzten Sieg?

Der Wind spielt mit den Bäumen,
Um mich herum riecht es nach Frieden.
Ich versinke immer weiter in meinen Träumen,
Wo wir endlich wieder beieinander liegen.

Mein Herz ist so schwer, die Trauer so groß.
Ich hielt dich noch in meinen Armen vor so kurzer Zeit,
Treu und zufrieden lagst du in meinem Schoß.
Doch jetzt packt mich die kalte Einsamkeit.

Oben im Wald, an unserem Fleck,
Herrscht nun bedrückende Leere.
Denn du bist von hier für immer weg.
Was bleibt von meiner einstigen Stärke?

Ich denke zurück an unsere schönen Jahre,
Die kostbarste Zeit in meinem Leben.
So viel gab es von dir zu erfahren,
Von dir konnte ich all meine Liebe nehmen,
Und dir all meine Schmerzen geben.

Noch 2 Wochen vor dem jähen Ende,
Ranntest du mit uns über schneebedeckte Wiesen.
Und spieltest mit uns im weiten Gelände.
Inmitten all den weißen Flocken die uns um die Nase bliesen,
Konnten wir einfach nur den Moment genießen.

Von diesen glücklichen Augenblicken gibt es so viele,
Und alle bewahre ich tief in mir für immer.
Denn wann immer ich versinke im unendlichen Kummer,
Werde ich mich in dieses Glück vertiefen.

Doch Erinnerungen allein genügen nur schwer.
Ich will dich wieder zurück in der Wirklichkeit.
Denn jetzt wo du weg bist gibt es nichts mehr,
Von deiner einzigartigen Geborgenheit,
Welche ich so hoffte zu besitzen für die Ewigkeit.
Ohne dich fühle ich mich oft hilflos und leer,
Und werde zur leichten Beute für das packende Leid.

© by Sarah, Juni 2007

Teufelskreis

Mein Kopf droht zu zerbrechen,
Doch zeigt die Welt kein Erbarmen.
Sie sitzen dort für Stunden,
Und streiten heiter weiter.
Wer kann sich am Ende besser rächen?
Wer kann seinen Sieg verkünden?

So viel Streit umgibt mich
Und ich bin mitten drin.
Wie ein Täter, umzingelt.
Wo führt der rettende Weg heraus?
Doch Halt! Jetzt schaut natürlich jeder erstmal für sich.
Wir sind alle Egoisten, wie ein unwissendes Kind.
Und zerstören damit unsere schöne Welt.

Immer wieder gelobe ich Besserung
Nur um schuldig erneut ins alte Muster zu fallen.
Frust baut sich auf, Depressionen entstehen.
Das Wort Teufelskreis kreuzt meine Gedanken.
Alle Verbesserungen vergehen,
Am Ende höre ich noch immer den Streit laut schallen...

© by Sarah, März 2009

Hierarchie

Ich stehe über Dir
Du sitzt vor mir
Deine Augen schauen mich von unten an
Du bist mir unterlegen, von unterstem Rang
Auf dieser weiten Fläche tobst du dich aus
Hörst nur auf mein Wort
Ich bin es, dem du bedingungslos vertraust
Auf allen Vieren sprintest du auf mein Kommando
Deine Mundwinkel ziehen sich nach oben
Zur ewigen Treue bist du mir verpflichtet
Keinem anderen sollst du jemals gehorchen
Dafür werde ich sorgen
Jeden Auftrag musst du erfüllen
Sonst wirst du grausam bestraft
Keine Gnade soll walten
Die Oberhand werde schließlich stets ich behalten
In der Ferne kommt ein Rivale vorbei
Du sollst ihn vernichten
Abgelenkt von Nichtigkeiten
Schaust du weg und willst nicht folgen
Das letzte was du hörst
Ist dein tödlicher Schuss
Vorbei ist deine Zeit
Des sorgenlosen Menschenseins

© by Sarah, Januar 2009

Gezeiten

Du hast eine Anziehungskraft wie die Erde,
Ich verfalle tief in deinen charmanten Bann.
Mit deinem grübelnden Blick stichst du heraus aus der ganz großen Herde,
In Echt so unsicher und lächerlich, zeigt dein Spiegelbild doch einen interessanten Mann.

Du spielst mit den Menschen um dich herum,
Wirkst so unschuldig und unantastbar.
Du trinkst zu viel und stellst dich dann hilflos dumm,
Bist so geheimnisvoll, man ist dir niemals wirklich nah.

An jenem Abend bist du mein Begleiter,
Zeigst mir deine Vergangenheit ohne ein einziges Wort.
An diesem Abend vergnügst du dich mit einer Anderen heiter,
verschanzt dich an einem total fremden Ort.

Hiermit verlasse ich dich für die nächste Zeit,
Denn ich kann dich nicht mehr ertragen.
Es tut mir Leid, doch vielleicht bist du ja später bereit,
Irgendwann wirst du dann meinen Traum erraten.

Oder habe ich dich etwa nicht gehört?
Hatte ich dich schon früher verloren?
War ich deshalb so empört?
Hast du jetzt schon ein neues Opfer auserkoren?

Ich schaue tief in deine Augen,
Doch alles was ich sehe, sind leere Zeilen.
Ich finde kein Geheimnis zum Entdecken,
Sag mir, was musstest du schon alles erleiden?

Du drehst dich schweigend um,
Läufst eine endlose Straße entlang.
Ich will dir hinterher rennen und dich umarmen.
Doch mir fehlt der letzte Mumm,
Und du schlürfst weiter, in deiner besonderen Art von Gang.

Ich warte verzweifelt auf das kleinste Signal,
Doch du blickst nicht zurück.
Weg ist jegliche Moral,
Doch jeder ist ein bisschen verrückt.
Wir verlieren jeglichen Kontakt,
Doch schließlich läuft jeder manchmal ein wenig gebückt.

© by Sarah, Juni 2006

Gefangen

Meine Gedanken lassen mir keine Ruhe
Bilder erscheinen vor meinen Augen
Erinnerungen sorgen im Inneren für Durcheinander
Und ich kämpfe machtlos dagegen an

Eigentlich wollte ich doch alleine sein doch ich habe Mühe
Überall an mir hängen Gewichte und ziehen mich runter
Ach wie vermisse ich das Miteinander
Gegen das Gemeinsame kommt nichts in der Welt an

Als wir alle zusammen waren wollte ich oft weg
Aber jetzt kann ich nicht schlafen vor Zweifel
Warum ist oft alles so schwierig und undurchsichtig?
Ich wünschte ich könnte mehr die Momente genießen

Nichts da, lieber spiele ich mit dem Glücklichsein Versteck
Während ich die klaren Worte meide
Die Selbstzufriedenheit ist so hinterlistig
Lässt unsere schönsten Zeiten in Sekunden verfließen

Die Vergangenheit scheint nie zu vergehen
Scheint als müsste ich für immer mit ihr ringen
Dazu gilt es die ungewisse Zukunft zu bestehen
Alles zu seiner Zeit, doch was ist eigentlich gerade dran?

© by Sarah, Januar 2009

Erinnerungen

Was sind schon Erinnerungen.
Bilder von alten Zeiten,
ohne Gefühle des Leiden,
ohne richtige Bedingungen.

Die Anforderungen sind hoch gesetzt,
die Reden liegen immer bereit.
Die Würde des Menschen wird ohne Rücksicht verletzt,
nur der Schmerz bleibt für die Ewigkeit.

Und doch opfert man sich immer wieder,
und büßt dabei die größten Verluste ein,
kniet vor den Erbärmlichen nieder,
stellt sich selbst in den heiligsten Schein.

Ich will mir selbst vergeben und den Schwachen treten,
will mir eine Sandburg bauen und die Flut kommen sehen.
Ich will einen Baum im unendlichen Wald pflanzen,
in einem leeren Raum für immer mit dir tanzen.

Warum nur hast du uns verlassen?
Jetzt gehst du ein und aus und bist doch nie hier.
Niemand will einen Geliebten hassen,
doch welche Wahl bleibt dabei mir?

Du hast es sehr weit gebracht,
und dessen bist du dir auch bewusst.
Doch was hat das Alles mit uns gemacht?
Hast du das denn nicht schon vorher gewusst?

© by Sarah, Oktober 2006

Samstag, 13. Juni 2009

Defekt

Ich falle
Und schlage auf
Zum Gewinn
Zum entscheidenden Satz
Mit bloß diesem einem Satz
Schreibe ich Geschichte
In unserer Zeit
Sie läuft davon
Tief in dein Herz
Zerschossen von meinem Pfeil
Vergiftet für die Ewigkeit
Bist das der Tod uns scheidet
Kann schon morgen sein
Im Grauen
Vor der Zukunft
Die hinter uns liegt
Sehen wir die Wahrheit:

Wir leben in einer
Perfekten Welt!

© by Sarah, Mai 2009

Zeitgeschehen

Der Baum ist gewachsen,
Seit ich das letzte Mal hier stand.
Meine Tränen sind versickert,
Seit ich mich das letzte Mal hier wiederfand.

Meine Trauer ist geblieben,
Und ich denke oft an Dich.
Das Leben jedoch muss weitergehen,
Und das gilt auch für mich.

Oft reden wir von dir,
Erzählen uns Geschichten.
Dabei wünschten wir Du wärst hier,
In unserer Mitte.
Doch bist du tief in uns drin.

Es tut so weh dich nicht zu sehen,
Nur zu fühlen ist oft zu wenig.
Schmerzliche Dinge müssen geschehen,
Um uns die Liebe vor Augen zu führen.

© by Sarah, Februar 2009

Gefesselt

Verstohlen schaue ich zu ihr,
Obwohl ich eigentlich nicht wollte.
Irgendetwas spricht zu mir,
Mein Mitleid, obwohl es doch nicht sollte.

Unsere Blicke verraten uns.
Hat Sie sie bemerkt?
Kein Wort kommt aus meinem Mund.
Dort drüben lächelt sie vor sich hin, verunsichert.

Sie hat Ihre Hände im Schoß,
Verängstigt suchen sie nach Halt.
Warum stellen wir sie so bloß?
In Ihrem Stuhl wirkt sie gebrechlich und alt.
Warum steckt in meinem Hals ein dicker Kloß?
Der Raum wirkt plötzlich so kalt.
Mensch, was ist nur mit uns los?

Alle laufen in der Gegend umher,
Nur Ihre Beine bleiben starr.
Ihre Position ist tiefer,
So wie als ich Sie das erste Mal sah.

Jetzt lächelt Sie mich an,
Und ich weiß, nun bin ich an der Reihe dran.
Denn ich bin es, der Ihr helfen kann.
Deshalb trete ich an Sie heran,
Und schiebe Sie in Ihrem Rollstuhl an den starrenden Menschen entlang.

© by Sarah, Februar 2009

Mein innerer Feind

Du raubst mir meine Leidenschaft
Du nimmst mir mein Talent
Du verwehrst mir meinen Schlaf in der Nacht
Du bist das, was mich vom Glücklichsein trennt

Du lässt mich nie alleine
Du willst sehen wie ich leide
Du weichst nie von meiner Seite
Du bist nur glücklich wenn ich weine

Du bringst mich um meinen Verstand
Du stellst mich an den Abgrund, dicht an den Rand
Schon immer und für immer kämpfe ich gegen dich an
Wer ist der Gewinner? Wer ist am Ende besser dran?

Du redest immer wieder von der Vergangenheit
Sagst, du und sie bleiben für die Ewigkeit
Du gehst immer weiter als morgen
Und bereitest mir so all meine Sorgen

Du machst mich wütend
Auf dich, aber am meisten auf mich
Denn jeder ist selbstverantwortlich für sich
Und das ist oft deprimierend

Aber ich werde gegen dich kämpfen
Gestern, Heute und bis ich unter der Erde kauer'
Gegen die Zweifel, gegen die Trauer

© by Sarah, Januar 2009

Werte

Alles ist so schmutzig
Der Krieg umgibt uns
Er nimmt uns den letzten Mut

Alles ist grau
Der Verlust schmerzt zu sehr
Alle Straßen sind verwahrlost, sind leer

Alles ist knapp
Wie erleiden Hunger und Kälte
Ab jetzt von Allem nur noch die Hälfte

Alles ist schön
Die Kinder, die noch leben
Die Fürsorge die wir einander geben

Alles ist bunt
Die Farben wirken so intensiv
Und die Not macht uns kreativ

Alles ist da
Die Liebe, was auch immer geschieht
Am Ende besiegen wir den Krieg

© by Sarah, Januar 2009

Freitag, 12. Juni 2009

Trüb

Braunes Wasser fließt vorbei,
Saurer, schwerer Regen fällt herab.
Es ist ein trüber Tag.
Langsam wird mir klar:
Heute werde ich nicht mehr frei.

Ein schwarzer Bus fährt die kaputte Straße entlang,
Spritzt überall Dreck auf meine Klamotten.
Es ist ein trüber Tag.
Weit entfernt höre ich traurigen Gesang:
Heute fühle ich mich etwas abgeschotten.

Das Ufer ist grün und weit,
Doch habe ich keine Kraft in mir.
Es ist ein trüber Tag.
Jeder weitere Schritt bedeutet zusätzliches Leid.
Heute ist für immer verloren unser ,,wir“.

Fremde Menschen schauen zu mir her,
verzweifelte Blicke ohne Geschichte.
Es ist ein trüber Tag.
Alles ist so kalt, hat keinen gemeinsamen Sinn mehr.
Heute machen wir unsere Freiheit zunichte.

© by Sarah, September 2007

Der Prozess

Ein Tyrann sitzt mir gegenüber und lächelt mir zu,
Er rollt die Würfel und spielt mit mir ein Spiel.
Er wohnt im gleichen Haus und gibt keine Ruh’,
Er redet ohne Pause und Egoismus ist sein Ziel.

Ein Vater sitzt mir gegenüber und lächelt mir zu,
Er erklärt mir die Welt mit Begeisterung.
Er macht mir in schweren Zeiten neuen Mut,
Er ist in vielen Situationen eine rettende Erleichterung.

Ein Mann sitzt mir gegenüber und lächelt mir zu,
Er knallt morgens die Türen und ist laut bis spät.
Er ist ein gescheiterter Perfektionist in vielem was er tut,
Es ist das zwischenmenschliche Feingefühl, welches ihm so oft fehlt.

Ein Freund sitzt mir gegenüber und lächelt mich an,
Durch ihn bin ich ein besserer Mensch geworden.
So vieles habe ich von ihm gelernt von dem was ich heute kann,
Zusammen erleben wir viel und es bleiben nur wenige Sorgen.

Ein Junge sitzt mir gegenüber und lächelt mich an,
Er weiß um die Schwächen anderer und nutzt seine Macht.
In so vielen Momenten nimmt er sich als Erster dran,
Und zerstört so nicht selten die vermeintliche Gemeinschaft.

Ein Teil von mir sitzt mir gegenüber und lächelt mich an,
Er hat seinen festen Platz in meinem Herzen, trotz seiner Schwächen.
Uns verbindet tiefes Vertrauen und unser Verstand,
Über Jahre aufgebaut zeige ich ihm das: mit einem Lächeln.

© by Sarah, Januar 2009

Fremde Gesichter

Es ist wie ein böser Traum,
Ich mach’ meine Augen auf und schau’ in deine.
Ich sehe dich reden doch ich höre dich nicht.
Deine Worte verlieren sich im Raum.
Deine Hände berühren meine,
Während ich fühle wie die Bindung zwischen uns bricht

Warum sehe ich noch immer fremde Gesichter vor mir,
Die ich schon längst vergessen erhoffte.
All diese traurigen Gedanken treiben Tränen in meine Augen.
Immer schwächer wird dadurch mein menschliches Vertrauen.

Die frohen Momente sind so oberflächlich,
Und ich will nichts Schönes schreiben.
Denn wie könnte ich, während Negatives dominiert?
Wann sind wir wirklich glücklich?
Wann können wir uns selber leiden?
Wenn so viel Trauer unser Leben regiert.

Immer wieder wirst du wiederkommen und mich verlassen.
Genauso wie all die anderen Gesichter vor dir.
Deines und Ihres bekommen eins.
Es fällt mir schwer loszulassen und
Die Augen zu öffnen, umgeben von bunten Lichtern,
aufzustehen, in den Spiegel zu schauen
und zu denken:
,,Das einzige Gesicht, welches ich jetzt noch sehe, ist meins''

© by Sarah, September 2007

Ausgesetzte Hoffnung

Jetzt bis du weg,
Versteckt hinter einer unüberwindbaren Mauer.
Meine Ungewissheit droht mich zu erdrücken,
Du jedoch spielst weiter Verstecken.
Fort, noch weiß ich nicht ob auf Dauer,
Doch ich höre nichts was sich regt.

Draußen vor der eisernen Tür,
Das ist der Ort an dem ich kniend kaure.
Du liegst drinnen; tief in mir,
Verborgen, verzerrt von einem schmerzenden Schauer.

Während du noch gerade verzweifelt und frisch,
Dir tropfend betrachtest deine Schmerzen.
In mir ein weiteres kleines Lichtchen erlischt,
Vernichtet von deinem Blut in meinem Herzen.

Stille! Sodass ich mich für immer bemühe,
In meinen Ohren klingt ein entferntes Hallen.
Stille! Sodass ich für immer fühle,
Wie weitere Tränen auf deine Wunden fallen.

Jedes Mal, wenn du dich mir verschließt,
Leide ich mit dir in deiner Einsamkeit.
An dich gebunden für die Ewigkeit,
Durch das schwesterliche Blut, das durch unsere Adern fließt.

So lass mich doch endlich rein,
Damit ich dir helfe in deiner Trauer.
Sonst bin auch ich in der Kälte allein,
Und meine Hilflosigkeit färbt meine Tage noch grauer.
Denn eines muss für dich klar sein:
Jeder Schnitt macht mich ein bisschen rauer, denn
Versunken bin auch ich tief in gemeinsamer Trauer.

Stille! Hole Luft und lass uns lauschen,
Lass das Messer stumpf und habe Mut.
Dein wertvolles Blut, hörst du es rauschen?
Das Meer des Friedens, spürst du die Flut?

© by Sarah, Oktober 2006

Kira


6.-7. Februar 2007:


If I just lay here,
throughout this dark and chilly night.
If I just stayed here,
to sing this song to you right next by your side.
If I just always kept you near,
would it make you feel alright?
If I just shed another tear,
would it make you continue living this beautiful life?
If I just took away your worst fear,
would it make you win this heavy fight?
All I really ever want to do,
is spending the rest of my life with you!

8. Februar 2007:

You survived but you are so weak.
I can't imagine life without you.
I am kissing you on your head while I am holding your shaking feet.
What would life be without you? No joy, No salvation.
You are everything I need.
So cute and perfect, there is no matching expression.
But seeing you suffer feels like the meanest curse.
Even though seeing you die will be so much worse.

9. Februar 2007:

Now you are gone.
You left us here all by ourselves.
And without you everything feels so wrong.
You took away our decision.
To make it easier for us.
You look like you are just sleeping.
So peaceful like you are just dreaming.
Though the reality is: you are gone.
I loved you like I have never loved anyone.
I will always love you.
What am I going to do?
I feel so lost and empty without you!

© by Sarah, Februar 2007