Schreiben, Schreiben
Nur das Wort, das mich vom Wahnsinn trennt
Die Hand soll ewig über’s Papier gleiten
Ich will den Stillstand für immer meiden
Denn ich sehe das Feuer, wie es lodert, und ich will dass es
brennt
Keine Strophe, kein Vers ist geschenkt
Auf der Suche nach dem Sinn
Will ich dass jeder denkt
Was steckt da noch alles drin?
Jedes Wort, dass sich auf’s Blatt drängt
Jeder Gedanke, der nicht mehr in der Leere hängt
Wenn man beim Nichts anfängt
Und am Ende das Alles erkennt
Wenn nichts mehr vom Etwas ablenkt
Dann sind wir im Geiste endlich unbeschränkt
Und mit jedem Wort das ich wähle
Mit jeder Geschichte, die ich erzähle
Öffne ich Stück für Stück meine Seele
Mit jeder Zeile kann ich weitergehen
Bis zum Ziel, an dem ich meine Gedanken dann verstehe
All die Gefühle, die sich sonst im Kreise drehen
Bleiben dann endlich für eine Weile auf der Stelle stehen
Ich kann die Erleichterung spüren
Lass mich von ihr blind führen
Lass die Buchstaben sich im Raum verlieren
Gespannt, was wird als nächstes mit ihnen passieren
Das geschriebene Wort ausgesprochen
Dauerhaft zu Wörtern geflochten
Die Stille für Momente durchbrochen
Bis auf die Scheinwerfer sind alle Lichter erloschen
Nur ein Ziel: Zum Denken anregen
In Jedem unter uns etwas anderes bewegen
Neue Gedankenwelten zusammen betreten
Einmal 360 Grad drehen und dann weiterleben
Doch dann mit anderen Ansichten
Vielleicht gestärkt durch ähnliche Geschichten
Die zwar anderen passiert sind
Aber die einen selbst berühren, tief im Inneren drin
Zu wissen, wir sind nicht allein
Irgendein
Rückschlag stimmt mit meinem hier überein
Mochte es anfangs noch fremdes Schicksal sein
So ist es am Ende doch irgendwie mein
Denn wir haben Augen, um die Welt zu sehen
Nicht nur um leer auf dieselbe Stelle tagein tagaus zu
starren
Wir sind umgeben von so viel Geschehen
Warum also im Nichtstun verharren?
Warum sonst sollten wir morgens noch aufstehen
Wenn nicht um jeden Tag einen Schritt weiterzugehen
Warum sonst sollten wir uns die Mühe machen
Wenn nicht aus Protest; Wörter sind unsere Waffen
Wir haben Ohren, um zu hören
Doch welche Laute sind in unserer Welt noch wahrzunehmen
Wenn wir nicht mehr die Schreie Hilfloser registrieren
Wenn wir mit jeder reglosen Minute Menschenleben zerstören
Wie soll unsere Welt, wie sollen wir dann noch
funktionieren?
Denn wir sollten innehalten
So wie jetzt, und auf der Stelle beschließen
Unsere Gedanken selbst zu verwalten
Unser Leben selbst zu gestalten
Unsere Umwelt mit allen Mitteln aufrechtzuerhalten
Und unsere Kreativität wieder wie als Kind frei zu entfalten
© by Sarah, April 2012
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