Freitag, 6. Mai 2011

Nächstenliebe



Du sagst es beschäftige Dich sehr
Lange, lange sei es her
Doch noch heute falle es Dir schwer

Darüber zu reden, es zuzugeben
So vieles zu predigen
Um schließlich das Gegenteil zu leben

All die Lügen, die ihr schon immer erfindet
Das letzte Stückchen Wahrheit, dass aus euren Augen verschwindet
All diese Schicksale, die ihr an euch bindet

Wunden, welche die Zeit nicht heilt
Vorwürfe, gegen euch, für die Ewigkeit
Dieses Leid, in der Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit

Wie viele Opfer gibt es denn nun?
Sehe die Angst schimmern, im Fernsehflimmern
Wie konntet ihr so etwas tun?
Hoffentlich hört ihr noch immer ihr wimmern...

Es gibt keine Heilung für solche Narben
Wenn uns die verderben, die wir eigentlich verehren
Egal wie lange ihr wartet
Sehen wir unser Vertrauen sterben, unsere Zukunft in Scherben

Missbrauch, vor euren Gesichtern
Im Dunklen, trotz all dieser roten Kerzenlichter
Missbrauch, keine Besserung in Sicht
Nächstenliebe? Daran glauben wir nicht...

© by Sarah, Mai 2011

Beziehungsstatus: Gestört



Ich höre Dich flüstern, ich höre Dich schreien
Ich sehe Dich lachen, ich sehe Dich weinen
In einem Moment noch nah bei mir
Im nächsten schon wieder weit weit fort von hier

Du liebst mich, Du schlägst mich
Du lässt mich fallen, Du trägst mich

Die Stimmung ist am kippen
In der nächsten Sekunde wird schon gestritten
Die Sitten, die Moral
Du vergisst alles, wirst zur unerträglichen Qual

Ja, Du hältst Dich nie zurück
Lässt einfach alles raus
Zerreißt mein Herz, Stück für Stück
Meine Gefühlen sind egal, machst Dir nichts draus

Du liebst mich, Du schlägst mich
Du lässt mich fallen, Du trägst mich

Es gibt nichts, dass Du Dich nicht traust
Im Streit bist Du mir fremd
Mitten ins Gesicht, voll mit der Faust
Das Urteil längst gefällt, die Strafe verhängt

Irgendwann dann tut Dir alles Leid
Wimmernd bittest Du mich um eine letzte Chance, Du wärst nun bereit

Du liebst mich, Du schlägst mich
Du lässt mich fallen, Du trägst mich

Doch habe ich Dir nicht gestern schon zum letzten Mal verziehen, wie schon in der Vergangenheit?
Hatten wir nicht gestern genau den gleichen Streit?
Ist nicht langsam mal die Grenze erreicht?
Für einen Schlussstrich nicht allerhöchste Zeit?

Meine Wunden erzählen alle die gleiche Geschichte
Und trotz Versprechen ist keine Änderung in Sicht
Es gibt so vieles, auf das ich verzichte
Nur um zu sehen, wie dein Versprechen bricht

Du liebst mich, Du schlägst mich
Du lässt mich fallen, Du trägst mich

Doch ich komme nicht von Dir los
Irgendwie bist Du immer da, spendest Trost
Ohne das Uns kann ich nicht leben
Wann wird es eine Schwäche, anderen zu vergeben?

Es wird immer so weitergehen
Niemand außer uns kann dies verstehen
Wir spüren zwar den Hass und die Schmerzen
Doch sie verstärken nur die Liebe in unseren Herzen

Du liebst mich, Du schlägst mich
Du lässt mich fallen, Du trägst mich

Das ist krank, das ist unerhört
Unser Beziehungsstatus: Dauerhaft gestört

Doch ich will kein Vorbild sein
Besser gedemütigt als allein
All die, die gegen uns sind
All die, die sagen, ich sei blind

All die Stimmen der Vernunft
Lassen wir stur hinter uns zurück
Auf dem Weg in unsere Zukunft
Auf der Suche nach dem vermeintlichen Glück.

Du liebst mich, Du schlägst mich
Du lässt mich fallen, Du trägst mich


© by Sarah, Mai 2011