Mittwoch, 1. April 2015
Mama
Ich habe so viele Erinnerungen von uns, von Dir
Doch jetzt werden keine neuen mehr dazu kommen
Ich wünsche jeden Tag, Du wärest hier bei mir
Doch stattdessen hat der Himmel viel zu früh einen weiteren Engel dazu gewonnen
Dabei hat mein Leben mit Dir begonnen
Du, die mich zuerst in den Armen hielt
Dein Gesicht, das erste das ich sah, verschwommen
Deine Wärme, die bis heute bei mir blieb
Es waren Deine Worte, die ich als erstes hörte
Deine Stimme, die beruhigende Lieder summte
Wenn ich wieder mal weinte, weil mich irgendetwas störte
Du bist geblieben, bis ich wieder verstummte
Auch wenn die Details verschwinden
Auch wenn ich vieles nicht wissen kann
Wird uns immer etwas Besonderes verbinden
Werde ich dich für immer lieben, mehr als nur mein Leben lang
Wem im Leben kann ich so vertrauen
Jetzt wo Du weg bist
Muss ich lernen, neue Hoffnung aufzubauen
In dieser schweren Zeit; Du wirst so sehr vermisst
Es war nicht fair
Dich so leiden zu sehen
Die Krankheit nahm sich immer mehr
Und du musstest Stück für Stück von uns gehen
Gefangen im eigenen Körper
Jede Woche ging es Dir schlechter
Anfangs fehlten Dir nur die Wörter
Doch schon bald waren ständige Schmerzen Deine stetigen Wächter
Sie wachten am Tag, sie wachten in der Nacht
Nie gaben sie Ruhe, nie machten sie Pause
Was muss passieren, dass man nie wieder lacht
Du warst eingesperrt, im eigenen Zuhause
Und ich konnte Dir einfach nicht helfen
Ich war einfach nur da und hielt Deine Hand
Zwischen den Jahren lagen Welten
Dein Verstand, er blieb, und drängte Dich immer dichter an den Rand
Ich wollte Dir Deine Langeweile nehmen
Und so haben wir Stunden verbracht, uns neue Spiele zu überlegen
Wenn Du müde wurdest, konntest Du Dich an meine Schulter lehnen
Ich wollte nicht in die Zukunft sehen, sondern einfach mit Dir für immer stillstehen
Ach was habe ich mit den Tränen gekämpft
Um jedes Mal doch zu verlieren
Ach was habe ich geweint, das Schluchzen nur gedämpft
Warum durfte Dir so etwas passieren
All das ganze Flehen
Hat am Ende nichts gebracht
Denn ich muss heute an Deinem Grab stehen
Doch Du, meine Liebe, bist der Sieger dieser langen, zehrenden Schlacht
Du hast Deinen letzten Mut zusammen genommen
Das letzte Stück Stolz hat gereicht
Du hast zwar den Kampf gegen die Krankheit nicht gewonnen
Bist aber aufrecht gegangen und hast den Tod frei und mit Würde erreicht
All Deine Kraft, ich bewundere Dich so sehr
Trotz aller Trauer, schenke ich Dir heute ein Lachen
Ich weiß, Du hättest es so gewollt, denn ich muss ohne Dich weitermachen
Doch ohne Dich ist vieles so leer und selbst der Alltag wird mir oftmals zu schwer
Noch weiß ich die Lücke nicht zu füllen
Noch kann ich mich zum Trost nur mit Erinnerungen umhüllen
Du wirst mir immer fehlen, denn ich muss von nun an alleine weitergehen
Muss meine großen Momente im Leben ohne Dich erleben
Doch ich werde für immer an Dich denken
Werde meinen Blick nach vorne richten, nicht senken
Denn Du hast nun Frieden und Deine Kraft ist mir geblieben
Mama: Ich werde Dich für immer lieben!
© by Sarah, Mai 2013
Mittwoch, 11. März 2015
Steine
Wenn wir uns jemals verlieren
Mach dir bitte keine Sorgen
Denn egal wo du bist, ich werde dich finden
Solange es mich gibt, bist du niemals verloren
Auch wenn ich manchmal schreien muss
Weil du mich wütend machst
Kann ich doch alles gut machen, mit einem Kuss
Und weiß wir sind, du bist ok, wenn du am Ende lachst
Auch wenn ich dich manchmal zum Weinen bringe
So bin ich trotzdem bei dir, und bleibe, wenn du weinst
Auch wenn ich manchmal mit den Zweifeln ringe
Weiß ich, dass ich nur mit dir, du nur mit mir scheinst
Ich wollte es nicht einfach
Deshalb habe ich dich genommen
Denn zusammen sind wir mutig, nicht mehr schwach
Und haben durch uns zwei schon jetzt gewonnen
Werd ich unsicher, bleibst du stark
Bist du krank, pfleg ich dich gesund
Ich weiß was du, du weißt was ich mag
Wird's mir zu eintönig, färben wir unsere Welt einfach bunt
Weiß ich nicht weiter, kennst du den Weg
Ist mir das Leben zu gerade und vollgeplant
Überraschst du mich und lachst nur schräg
Als hättest du es schon geahnt
Auch wenn es nicht immer passt
Auch wenn wir manchmal gegeneinander laufen
Haben wir doch noch keine Chance verpasst
Uns immer wieder zusammenzuraufen
Unsere Liebe ist Arbeit
Streiten, Weinen, Kämpfen, mit Schweißtropfen
Du gibst mir alles, bist mein Stückchen Freiheit
Wenn ich dich sehe, bekomme ich nach all den Jahren immer noch Herzklopfen
Denn deine Hand passt genau in meine
Statt wegwerfen heißt es für uns noch reparieren
Statt wie Blätter im Wind sind wir wie Steine
Formen uns gegenseitig, langsam, sanft, aber doch immer weiter
Ohne uns selbst, ohne uns zusammen
Ohne unsere Liebe jemals zu verlieren
© by Sarah, August 2014
Kleines Würmchen
Was soll man machen, wenn es nicht schreit
Wenn man mit allen Sinnen hofft und auf jeden Laut lauscht
Und wenn nichts da ist, was soll man machen mit diesem Leid?
Wie durch einen Tunnel schaue ich nach vorn
Doch verschwimmt die Zukunft, sie ertrinkt in unseren Tränen
In dieser Stunde haben wir dich, haben wir alles verlor'n
Das Blut bleibt stehen, gefror'n in meinen Venen
Du warst so klein, und doch schon das Größte
Doch hielt ich kein Leben in meinen Händen
Du warst ganz verschmiert und schrumplig, und doch schon das Schönste
Doch war es dein Tod, der uns vom gemeinsamen Glück trennte
Immer die gleiche Frage nach dem warum
Warum mussten wir dich wieder gehen lassen
Warum hast du nicht geweint, warum bliebst du stumm
Warum mussten wir vor Leid, und nicht Glück weinen
Die bunten Stofftierchen hängen im Zimmer
Jeden Tag sehnsüchtig berührt, und doch verstaubt
Deine kleinen Hände sollten nach ihnen tasten, im bunten Lichterschimmer
Doch nun sind wir dieser Momente beraubt
Monatelang haben wir uns gefreut
Und trotz dieser tiefen Trauer nun
haben wir nichts davon bereut
Würden alles genau wieder so tun
Denn es gibt keine Gründe
Denn es ergibt keinen Sinn
Wenn unser Glück nur im Konjunktiv bestünde
Wo führte das Hier und Jetzt dann noch hin?
Drum nehmen wir dich als das, was du warst
Das größte Geschenk der Welt
Auch wenn du nun in der Stille verharrst
Bleibst du bei uns, für immer, die Erinnerung, sie hält
© by Sarah, Mai 2014
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