Montag, 14. Mai 2012

Ein Schritt nach vorne


Du bist gekommen
Um mit mir zu reden.
Suchst meinen Rat
Und willst dass ich dir helfe.

Erzählst mir deine Geschichte benommen
Von deiner Liebe, von deinem Leben.
Sagst du hättest auf ganzer Linie versagt
Und mit der Trauer sei es seit Jahren das Gleiche.

Durch deine Tränen sehe auch ich verschwommen
Versuche dir zu vergeben, versuche dich zu verstehen.
Begehe ich heute meinen allerletzten Verrat?
Verletzte ich heute meine eigene Rechte?

Du wolltest nie hören, musstest immer alles erst selbst spüren
Manche Dinge sind für immer weg, wenn sie erstmal an einem vorbei gezogen sind
Ich sollte Dich nie in Deinem Leben stören, Du wolltest es auf eigene Faust führen
Und so sah ich all die Scherben im Jetzt, sie ließen mich wünschen ich wäre wie Du blind

Jede einzelne spiegelt etwas anderes wider
Doch alle erzählen von Deiner Vergangenheit
Ist sie wirklich schon passiert? Kommen die Chancen jemals wieder?
Komm, lassen wir uns quälen von Deiner Traurigkeit

Meine Hand war so oft da
Und konnte doch nie verhindern was dann geschah
Die Seite neben mir blieb immer leer
All die Stunden wartete ich auf Deine Wiederkehr

Künstler sein und künstlich werden sind zwei verschiedene Dinge
Kannst Du stehen bleiben, wenn deine Seele sagt: Springe?
Ein Straßenstück zu spielen um dann auf der Straße als elendes Stück gebückt zu stehen
Ein Theater was es allemal, auch die Spannung war da, wie wird es zu Ende gehen?

Es ist nicht nur Dein Leben
Um das Du Dich zu kümmern hast
Ich wollte Dir immer nur Liebe geben
Doch jeden Tag spürte ich mehr und mehr Hass

Wie ein Film läuft unsere Zeit vor meinen Augen
Immer in dieselbe Richtung, weiter von uns weg
Das Flimmern erlischt, es gibt nichts mehr zu schauen
Doch mein Gedächtnis rennt weiter auf der Stelle, rühre sich nicht vom Fleck

Was willst Du mir noch sagen
Woran könnte ich noch glauben
Mit der Stille verstreichen die Tage
Sie will mir das letzte Stückchen Hoffnung auch noch rauben

Ich ersehne das Ende von diesem Kampf
Doch den Sieger will ich nicht wissen, nicht sehen
Dein Gehen weckt mich ein letztes Mal sanft
Ich versuche Deine Krankheit zu verstehen

Jetzt bist Du weg und doch höre ich noch Deinen Herzschlag
Auf dem eisernen Geländer kann ich dich sehen.
Hörst du die letzten Worte die ich sag?
Tu es nicht! Doch die Klappe fällt mit dir, es ist die Letzte.


© by Sarah, April 2012

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