Mittwoch, 21. Oktober 2009

Einsames Glück

Ich spüre das Gewicht auf meinen Schultern
Fühle wie die Träger in mein Fleisch schneiden.
Mit gemischten Gefühlen trete ich vor meine Familie
Und umarme sie während sie sich ihre Tränen verkneifen.

Mein erster Schritt in der neuen Welt
Fühlt sich unendlich wertvoll an.
Oben auf dem Hügel ist mein Zuhause, steht mein blaues Zelt
Und ich spüre was ich alles schaffen kann.

Die Natur zieht mich in ihren Zauber
Ich lasse mich von ihr leiten.
Mit jedem Wort fühle ich mich tauber
Denn ich will Ruhe, und jedes Chaos meiden.

Waren die letzten Jahre verlorene Zeit?
Zivilisation, umgeben von einer Menschenmenge.
Gefangen im Detail, im ewigen Streit
Gebrochen ist der Kreis, dies ist sein Ende.

Auf der Suche nach meinem Glück
Lebe ich nun alleine in der Wildnis.
Mit jedem Tag ein Stückchen mehr verrückt
Werde ich langsam mein eigenes Hindernis.

Die Wälder rauschen im Wind
Doch kann ich nicht hören.
Die Blätter fallen geschwind
Doch kann ich die Farben nicht sehen.

Mein Magen zieht sich zusammen
Doch kann ich den Hunger nicht spüren.
Bin übersehen mit blutenden Schrammen
Doch kann ich den Schmerz nicht fühlen.

Ich sehe nur noch verschwommen
Gealtert und Gefesselt, liegt mein Glück nun in Ketten.
Kann bitte jemand kommen
Und mich aus dieser Einsamkeit retten?

Mein Leben war perfekt im Traum
Da war ich glücklich, ganz alleine.
Jetzt verliere ich mich mit der Vergangenheit im Raum
Sehe mich leiden und will doch nur teilen.

Die Erkenntnis kommt spät
Ich habe nichts mehr zu geben.
Drum lasse ich hier in der Wildnis mein Leben
Schaut alle hin und lernt von dem was ihr seht.


© by Sarah, September 2009

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